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Windenergie

Die erste serienmäßige Windkraftanlage Deutschlands wurde im Oktober 1983 im Cecilienkoog in der Gemeinde Reußenköge errichtet. Die Anlage ist heute noch in Betrieb und hat eine Nennleistung von 55 kW. Es handelt sich um eine Vestas-Anlage mit 15 m Rotordurchmesser.

Bis zum Jahre 1991 wurden 9 weitere Anlagen hofnah zur teilweisen Versorgung der landwirtschaftlichen Betriebe gebaut. Es waren Anlagen mit einer Nennleistung zwischen 200 und 250 kW.

Nach Inkrafttreten des Stromeinspeisegesetzes erhöhte sich die Anzahl der Bauvoranfragen erheblich. Im Jahre 1992 wurde die Gemeindevertretung aktiv und stellte Bebauungspläne auf, um den Bau weiterer WEA grundsätzlich zu planen. Die Gemeinde verfolgte die Absicht, möglichst zahlreichen Einwohnerinnen und Einwohnern die Teilnahme an dem Betrieb von WEA zu ermöglichen. Das ist heute mit der Beteiligung von Personen aus ca. 60 % aller Haushalte weitestgehend gelungen.

In den zuerst ausgewiesenen zwei Baugebieten parallel zur 2. Deichlinie im Sönke-Nissen-Koog gingen 1993 unter dem Dach einer Verwaltungs-GmbH 28 Windkraftanlagen von Einzelbetreibern ans Netz. Diese hatten eine Nennleistung von 400 bis 500 kW je Anlage, einen Anschlusswert von 12,4 MW und eine Jahresleistung von insgesamt ca. 30 Mill. kWh.

Während die Ausweisung dieser beiden Baugebiete noch mit einer Sonder-genehmigung möglich war, wurde jetzt die Aufstellung eines Flächennutzungsplanes für die Gemeinde erforderlich. Die Aufstellung von Anlagen in Reihen parallel zu den Deichlinien wurde hier als städtebauliches Konzept verankert und ermöglichte künftig die Ausweisung weiterer Bebauungsgebiete.

In den Folgejahren bildeten sich 3 weitere Betreiber-Gesellschaften aus Bürgern der Gemeinde. Diese bauten Anlagen in einer Größe von 600 kW bis 1.650 kW. Der Bau weiterer WEA ging ab 2003 einher mit dem Abbau der „alten“ Anlagen. Es begann ein fließender Übergang in das sogenannte „Repowering“. Auch die 28 Anlagen der Einzelbetreiber aus dem Jahre 1993 wurden abgebaut. Die 28 Eigentümer wurden Gesellschafter einer GmbH & Co. KG und betreiben heute gemeinsam 17 Anlagen auf der gleichen Fläche mit dreifacher Leistung.

Heute drehen sich in den Reußenkögen die Rotoren von 46 Anlagen. Drei davon sind im Einzeleigentum. 41 WEA werden von 4 Gesellschaften, jeweils in der Rechtsform einer GmbH & Co. KG, betrieben. 2 Anlagen wurden gemeinsam von den Betreibern errichtet, die ihre hofnahen Anlagen aufgegeben haben, um das Repowering bzw. den Zubau weiterer Anlagen für die Gesellschaften baurechtlich zu ermöglichen.

Der Anschlusswert aller Anlagen beträgt heute ca. 85 MW. Der Energieertrag kann in guten Windjahren bis zu 200 Mill. kWh erreichen.



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